Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Corona-Diagnostik

Allgemeines zur SARS-CoV-2-Testung

Wer wird in Deutschland getestet?

Beim Testen ist ein koordiniertes und zielgerichtetes Vorgehen wichtig, um Infektionen rasch zu erkennen, Infektionsketten zu unterbrechen und das Gesundheitssystem vor Überlastung zu schützen. Gemäß der Nationalen Teststrategie SARS-CoV-2 des Bundesministerium für Gesundheit (BMG) soll verstärkt, aber auch gezielt getestet werden. Prioritär getestet werden sollen, gemäß den Empfehlungen des Robert Koch-Instituts (RKI), symptomatische Personen, Kontaktpersonen der Kategorie I und vulnerable Gruppen.

RKI: Hinweise zur Testung von Patienten auf Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2
RKI: Testkriterien für die SARS-CoV-2 Diagnostik bei symptomatischen Patienten mit Verdacht auf COVID-19

Die akute SARS-CoV-2-Infektion wird nach den Empfehlungen des RKI primär mittels PCR-Untersuchung aus geeignetem Material (meist Rachenabstrich) erkannt. Die Labore untersuchen die Proben mit der PCR (Polymerase Chain Reaction/Polymerase-Kettenreaktion) zum Direktnachweis des Virus.

Weitere Informationen zur Nationalen Teststrategie finden Sie hier:

Website des BMG
Website des RKI
BMG: Ständig aktualisierte Übersicht zur Nationalen Teststrategie

Stand: Mai 2021

Wer trägt die Kosten?

In der Coronavirus-Testverordnung (Nationale Teststrategie SARS-CoV-2) des Bundesministerium für Gesundheit (BMG) sind die Personengruppen, Indikationen und Priorisierungen für die Testung auf SARS-CoV-2 sowie die entsprechenden Kostenregelungen festgelegt.

BMG: Ständig aktualisierte Übersicht zur Nationalen Teststrategie 

Grundsätzlich werden die Kosten für die Tests bei Personen mit Symptomen und Verdacht auf die COVID-19-Erkrankung von der GKV und PKV (Private und Gesetzliche Krankenversicherungen) übernommen.

In Deutschland sind die medizinischen Leistungen für Patient*innen eindeutig und einheitlich in Gebührenordnungspositionen festgelegt. Teilweise bieten nicht fachärztlich geleitete Labore SARS-CoV-2-Tests als Selbstzahlerleistung an. Dies geschieht außerhalb der ärztlichen und für GKV-Versicherte zugelassenen Versorgungsstrukturen, denn nur zugelassene Vertragsarztlabore können mit entsprechenden Prozessen die unterschiedlichen Abrechnungswege gewährleisten.

Weitere Informationen:

Website des BMG
Website des RKI
Website der KBV (Kassenärztliche Bundesvereinigung)

Stand: Mai 2021

Testkapazitäten

Wie viele Tests werden in Deutschland in den Laboren zurzeit durchgeführt?

Der Verband der Akkreditierten Labore in der Medizin, ALM e.V., führt seit Anfang März in Abstimmung mit den Behörden auf Bundesebene eine strukturierte und standardisierte Datenerhebung durch. Die Ergebnisse werden an das RKI übermittelt und dort mit zusätzlich vorhandenen Daten zusammengeführt. Die Gesamtübersicht wird im RKI-Lagebericht veröffentlicht.

An der Datenerhebung des ALM e.V. beteiligen sich bundesweit aktuell 178 Labore aus dem ambulanten und stationären Bereich. Bis einschließlich KW 24 wurden in dieser Datenerhebung über 55,5 Millionen PCR-Untersuchungen auf SARS-CoV-2 zusammengetragen.

Die detaillierten Zahlen zum Testgeschehen finden Sie unter Daten und Fakten.

Stand: 22. Juni 2021

Warum sollte nach RKI-Richtlinien und der Nationalen Teststrategie getestet werden?

Testen, Testen, Testen – aber gezielt!

Beim Testen ist ein zielgerichtetes Vorgehen wichtig. Die Empfehlungen des Robert Koch-Instituts (RKI) im Rahmen der Nationalen Teststrategie haben zum Ziel, möglichst alle Infektionen zu erkennen, Infektionsketten durch gezielte Diagnostik bei den Kontaktpersonen zu unterbrechen und die vulnerablen Gruppen der Gesellschaft zu schützen. Von einer ungezielten Testung von Personen, die nicht Teil der Nationalen Teststrategie sind, rät das RKI ausdrücklich ab, da dies das Risiko falsch-positiver erhöht und die vorhandenen Testkapazitäten belastet.

Testen ohne Anlass führt zu einem falschen Sicherheitsgefühl. Auch ein negatives Testergebnis ist nur eine „Momentaufnahme“ und entbindet nicht von der Hygiene- und Schutzmaßnahmen (Stichwort: AHA+L-Formel): Abstand halten, Hygiene beachten, im Alltag Maske tragen, regelmäßig lüften sowie die Corona-Warn-App nutzen.

Bei besonderen Ausbruchsgeschehen können die Experten den Umfang der Testungen erweitern, um das lokale/regionale Infektionsgeschehen besser einordnen und abschätzen zu können. Die den Erkenntnissen und der Entwicklung der Pandemie angepassten Empfehlungen finden sich auf der Website des RKI, ebenso die Übersicht zur jeweils aktuellen Nationalen Teststrategie.

Weitere Informationen: 

Website des RKI: Nationale Teststrategie
Website des BMG: Nationale Teststrategie
BMG: Ständig aktualisierte Übersicht zur Nationalen Teststrategie

Stand: Juni 2021

Reichen die Testkapazitäten?

Die maximale, kurzfristig verfügbare PCR-Testkapazität aller an das RKI berichtenden diagnostischen Labore in Deutschland liegt laut Lagebericht des RKI vom 23.06.2021 bei derzeit rund 2.323.000 PCR-Tests pro Woche. Die SARS-CoV-2-PCR-Testkapazität verteilt sich in Deutschland flächendeckend und ist über die fachärztlichen Labore auch in den ländlichen Teilen verfügbar.

Die konsequente Umsetzung der Nationalen Teststrategie ist von entscheidender Bedeutung, um eine Überlastung der Labore zu vermeiden und ausreichend Restkapazitäten für besondere Situationen wie Ausbruchsgeschehen verfügbar zu halten. Die Inanspruchnahme der Testkapazitäten sollte über einen längeren Zeitraum 80 Prozent nicht überschreiten.

Weitere Informationen: 

Website des RKI: Nationale Teststrategie
Website des BMG: Nationale Teststrategie
BMG: Ständig aktualisierte Übersicht zur Nationalen Teststrategie

Stand: 23. Juni 2021

PCR-Tests

Ist die PCR eine etablierte Methode in der medizinischen Labordiagnostik?

Die PCR (Polymerase Chain Reaction/Polymerase-Kettenreaktion) ist eine hoch-sensitive, molekulare Testmethode mit hoher Aussagekraft und in der labormedizinischen Diagnostik seit Jahren etabliert. Sie wird zur molekularen Erregerdiagnostik zum Beispiel bei Hepatitis, HIV oder dem humanem Papillomvirus eingesetzt.

Die Sensitivität (Rate richtig-positiver Ergebnisse) und Spezifität (Rate richtig-negativer Ergebnisse) der PCR sind sehr hoch, insbesondere dann, wenn mehrere Genabschnitte des Erregers in die Analyse einbezogen werden und das Ergebnis in den Kontext der Symptomatik gestellt wird.

Stand: Juni 2021

Wie zuverlässig kann ein PCR-Test eine SARS-CoV-2-Infektion nachweisen?

Die PCR-Testung ist der Goldstandard und die zuverlässigste Methode für die Diagnose einer SARS-CoV-2-Infektion. Mittels direktem Erregernachweis weist sie Teile des Virusgenoms in Probenmaterial nach. Die Probennahme – meist aus Rachenhinterwandabstrich – erfolgt im frühen Verlauf der Infektion.

Sowohl die Abstrichqualität als auch der Zeitpunkt der Probennahme haben einen großen Einfluss auf die Sensitivität der PCR zum Nachweis einer Infektion. Falsch-positive Befunde sind sehr selten, falsch-negative Befunde kommen vor bei falschem Untersuchungszeitpunkt oder nicht korrekter Probenentnahme. Der Abstrich sollte in jedem Fall von medizinischem Fachpersonal durchgeführt werden.

Im Verlauf der Infektion ist die Viruslast (d. h., die Menge nachweisbaren Virus-Erbguts im Rachenabstrich) unterschiedlich hoch. Bereits ein bis zwei Tage vor Beginn der Symptome kann eine Infektion mittels PCR-Testung zuverlässig nachgewiesen werden. Sehr niedrig und entsprechend schwer nachweisbar ist die Viruslast in der Genesungsphase – wobei in diesem Fall glücklicherweise keine Ansteckungsgefahr mehr für andere besteht.

Stand: Juni 2021

Welche Bedeutung bzw. Aussagekraft hat der Ct-Wert?

Immer wieder kommt die Frage nach der Bedeutung bzw. der Aussagekraft des Ct-Wertes bei der SARS-CoV-2-PCR auf. Krankheitsverursachende Viren und Mikroorganismen können durch molekulare Verfahren wie die PCR nachgewiesen werden. Dabei werden eine oder mehrere spezifische Abschnitte des Genoms der Krankheitserreger (Zielsequenz der PCR) durch millionenfache Vermehrung (Amplifikation) sichtbar gemacht. 

Nach initialer Aufspaltung der DNA in Einzelstränge binden die beiden Primer an jeweils ein Ende der Zielsequenz, die dann nachfolgend wieder zum Doppelstrang durch das hitzestabile Enzym DNA-Polymerase ergänzt wird. Bei der Real-Time-PCR binden spezifische Sonden an die so neugebildete DNA (Amplifikat). Diese Sonden sind mit einer fluoreszierenden Substanz markiert. Bei Zunahme der DNA steigt die Intensität der Fluoreszenz, bis sie messbar wird. Je höher die Ausgangskonzentration der gesuchten Sequenz, desto geringer die Anzahl der erforderlichen Temperaturzyklen, bis die Fluoreszenz ansteigt.

Der Beginn der Linearität der Fluoreszenz wird als Ct-Wert (Ct = Crossing threshold oder Cp-Wert = Crossing point) bezeichnet. Er wird angegeben mit der Anzahl der Temperaturzyklen zu diesem Zeitpunkt. Damit wird deutlich, dass der Ct-Wert mit der Viruskonzentration im Untersuchungsmaterial korreliert. 

Sensitivität und Nachweisgrenze der verschiedenen PCR-Verfahren sind jedoch unterschiedlich. Um die Ct-Werte orientierend vergleichen zu können, haben das Nationale Konsiliarlaboratorium für Coronaviren, das Robert Koch-Institut und INSTAND e.V. einen Ringversuch mit zwei Proben mit definierten SARS-CoV-2-Konzentrationen von 1 Million und 10 Millionen RNA-Kopien/ml an Labore versendet. Erbeten wurde die Rückmeldung der gemessenen Ct-Werte der verwendeten PCR-Verfahren, um diese Konzentrationen nachzuweisen.

Laut Konsiliarlabor und RKI begrenzen diese beiden Ct-Werte den Schwellenbereich der jeweiligen Methode. Ct-Werte unterhalb des Schwellenbereiches, also Virus-RNA in dieser oder sogar höherer Konzentration ermöglichen nach Studien die Anzüchtbarkeit der im Patienten detektierten Viren, was wiederum die Übertragbarkeit auf andere Personen ermöglicht.

Jedes Labor muss die Zykluszahl des Schwellenbereiches als Orientierungswert selbst bestimmen. Daher kann die Ct-Angabe abhängig vom Test und Labor variieren. Der Ct-Wert gilt als Orientierungswert und ist stets im Zusammenhang mit dem Krankheitsverlauf und der aktuellen klinischen Situation zu sehen.

Stand: Juni 2021

Welche Auflagen müssen PCR-Tests, die im medizinischen Labor verwendet werden, erfüllen?

Wie alle medizinischen Produkte müssen auch PCR-Tests die gesetzlichen Anforderungen an die Zulassung erfüllen (Medizinprodukterecht, IVD-Richtlinie).

Gemäß der Medizinprodukteverordnung muss vor Einsatz des Tests in der medizinischen Diagnostik vom Labor eine Konformitätsbeurteilung und Validierung durchgeführt werden. In der Routinediagnostik werden daher meist bereits CE-zertifizierte Tests eingesetzt. Auch bei diesen Tests führt ein akkreditiertes Labor vor dem Einsatz eine fachliche Validierung durch.

Stand: Juni 2021

Wie schnell werden die Tests bearbeitet?

Jeder einzelne SARS-CoV-2-PCR-Test im Labor dauert mehrere Stunden. Es gibt zwar auch PCR-Methoden mit kürzerer Laufzeit, diese stehen jedoch noch nicht für große Probenzahlen zur Verfügung. Die Proben werden im Labor untersucht und befundet und in der Regel innerhalb von 24 Stunden an den Zuweiser zurückübermittelt. In Phasen hohen Testaufkommens kann es jedoch auch zu längeren Befundlaufzeiten kommen. 

Die Labore übermitteln die Ergebnisse stets an die Stelle, die die Untersuchung beauftragt hat. Das sind z. B. die Praxen oder die Abnahmestellen des öffentlichen Gesundheitsdienstes, aber auch Krankenhäuser, Alten- und Pflegeheime. Diese informieren dann die Patient*innen. Priorität hat dabei die Kommunikation der positiven Befunde an die überweisenden Ärztinnen und Ärzte zur Weitergabe an die Betroffenen, das RKI und die Gesundheitsämter.

Viele Labore haben auch die Möglichkeit eines direkten Befundabrufs durch die Patient*innen eingerichtet. Bei Zustimmung wird das Ergebnis zusammen mit dem QR-Code auch in die Corona Warn-App übermittelt, damit die Patient*in dieses abrufen kann.

In der Regel arbeitet ein Labor mit Zeitstempeln nach dem „First-come-first-serve“-System: Was reinkommt, wird so schnell es geht, bearbeitet. Eine Priorisierung findet dann statt, wenn Ärzte Fälle schildern, die als medizinisch kritisch eingestuft werden – zum Beispiel bei stationären Patient*innen mit schweren Symptomen, Transplantationspatient*innen oder älteren Menschen, die ins Klinikum eingeliefert werden. Da ist es ärztliche Pflicht, so schnell wie möglich zu testen.

Stand: Juni 2021

Molekulare Surveillance und Variants of Concern (VOC)

Warum sind Genomsequenzierungen wichtig?

Das Auftreten neuer Virusvarianten von SARS-CoV-2 in Deutschland, insbesondere der Variants of Concern (VOC) mit vermutlich gesteigerter Übertragbarkeit, darunter B.1.1.7 (VOC Alpha), B.1.351 (VOC Beta), P.1 (VOC Gamma) und B.1.617.2 (VOC Delta), zeigt die Notwendigkeit einer Molekularen Surveillance des Virus, um einen Überblick über die in Deutschland zirkulierenden Varianten zu bekommen.

Die Bundesregierung fördert deshalb die bundesweite Genomsequenzierung der Viren. Durch umfangreiche Genomsequenzierungen verbunden mit der epidemiologischen Analyse der Daten können neue Virusvarianten entdeckt, Veränderungen ihrer Eigenschaften (z. B. leichtere Übertragbarkeit) gemessen und ggf. zielgerichtete Maßnahmen ergriffen werden. Gemäß CorSurV sollen in Deutschland bis zu 5 % der positiv getesteten Proben sequenziert werden, bei weniger als 70.000 Neuinfektionen in Deutschland pro Woche 10 %.

Weitere Informationen:

BMG: Neue Coronavirus-Surveillanceverordnung (CorSurV)
RKI: Übersicht und Empfehlungen zu besorgniserregenden SARS-CoV-2-Virusvarianten (VoC)
Überblick über aktuelle Sequenzen des Konsiliarlabors für Coronaviren an der Berliner Charité

Stand: Juni 2021

Wie wird in Deutschland nach Variants of Concern (VOC) und neuen Mutationen gesucht?

Die Virusgenomsequenzierung hat das Ziel, Mutationen und andere Veränderungen in der genetischen Information von Erregern zu erkennen. Labore suchen gezielt nach Veränderungen in bestimmten Genabschnitten, um Mutationen der Variants of Concern (VOC) zu erkennen oder lesen in der Vollsequenzierung das gesamte Virusgenom aus, um neue Virusmutationen aufzufinden.

Sämtliche in Deutschland erhobenen Genomsequenzdaten werden am Robert Koch-Institut (RKI) zentral gesammelt und ausgewertet. Das RKI stellt für die Datenübermittlung eine technische Plattform zur Verfügung (DESH – Deutscher elektronischer Sequenzdaten-Hub).

Weitere Informationen:

BMG: Neue Coronavirus-Surveillanceverordnung (CorSurV)
RKI: Übersicht und Empfehlungen zu besorgniserregenden SARS-CoV-2-Virusvarianten (VoC)
Überblick über aktuelle Sequenzen des Konsiliarlabors für Coronaviren an der Berliner Charité

Stand: Juni 2021

Welche Labore führen in Deutschland Genomsequenzierungen durch?

Genomsequenzierungen sind eine komplexe und aufwändige Form der Diagnostik. Um sie umfänglich und in größeren Serienlängen durchführen zu können, sind neben qualifiziertem Personal, entsprechenden Gerätesystemen und Reagenzien auch umfangreiche Bioinformatikkapazitäten zur Datenanalyse nötig.

Deutschland verfügt über eine Reihe spezialisierter Labore, die SARS-CoV-2-Genomsequenzierungen durchführen können, um Mutationen künftig frühzeitiger zu entdecken. Auch das Robert Koch-Institut, Universitätskliniken und Landeslabore führen Genomsequenzierungen durch.

Übersichtskarte: Fachärztliche Labore in Deutschland, die SARS-CoV-2-Vollgenomsequenzierungen durchführen

Stand: Juni 2021

Antigentests

Was sind Antigentests und wann werden sie eingesetzt?

Antigentests sind meist immunchromatografische Lateral-Flow-Tests. Die Auswertung und Ablesung kann ohne Gerät erfolgen, als Ergebnis erhält man „positiv“ oder „negativ“. Einige Hersteller bieten auch handliche Geräte an, die in der Abarbeitung zum Einsatz kommen und auch eine objektive Auswertung sowie eine automatisierte Inkubation ermöglichen.

Nach Abnahme eines Nasen-Rachen-Abstrichs kann dieser einmalig in den Schnelltest eingesetzt werden. Der entnommene Tupfer muss in einer Flüssigkeit (in den Schnelltest-Kits enthalten) eingerührt werden und diese Flüssigkeit wird dann auf den Schnelltest getropft.

Nach einigen Minuten (je nach Hersteller in der Regel 10 bis 30) kann das Ergebnis abgelesen werden. Schnelltests zum Nachweis von SARS-CoV-2 sind nicht so sensitiv und spezifisch wie der Nachweis mittels PCR, so dass der Einsatz nicht in allen Fällen sinnvoll ist. Wann der Einsatz von Antigentests empfohlen ist, kann einer Übersicht des RKI entnommen werden.

Antigentests weisen in Untersuchungsmaterial aus dem Respirationstrakt (vornehmlich Abstrich aus der Rachenhinterwand) Virusproteinmaterial nach. Je nach Aufbau sind sie für den Einsatz vor Ort (Antigen-Schnelltest/PoC-Antigentest) oder als Test im Labor geeignet. Tests zur Eigenanwendung zuhause befinden sich aktuell in Zulassungsverfahren.

Im Oktober 2020 wurde die Nationale Teststrategie um den Einsatz von Antigentests erweitert. Seitdem können diese als sinnvolle Ergänzung zum „Goldstandard“ PCR-Test im Sinne der Nationalen Teststrategie eingesetzt werden.

Weitere Informationen:

RKI: Nationale Teststrategie – wer wird in Deutschland auf das Vorliegen einer SARS-CoV-2 Infektion getestet?
RKI: Hinweise zur Testung von Patienten auf Infektion mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 (Antigennachweise)
BMG: Ständig aktualisierte Übersicht zur Nationalen Teststrategie

Stand: Mai 2021

Wie zuverlässig sind Antigentests?

Aufgrund des Testprinzips ist die analytische Sensitivität und Spezifität der Antigentests im Vergleich zur PCR niedriger. Es besteht das Risiko einer vermehrten Anzahl falsch-positiver und falsch-negativer Befunde, was abhängig vom Einsatzgebiet der Tests ist.

Ein negatives Antigen-Testergebnis schließt die Möglichkeit einer Infektion mit SARS-CoV-2 nicht aus. Die Untersuchung sollte daher mit Blick auf den möglichen Infektionszeitpunkt zeitgerecht erfolgen.

Es ist möglich, dass ein positives Ergebnis angezeigt wird, obwohl die Person gar nicht infiziert ist (niedrigere Spezifität).

Zur Vermeidung falsch-positiver Ergebnisse sollten daher positive Antigen-Testergebnisse zeitnah durch eine PCR-Untersuchung nachgetestet werden. Unabhängig davon sind positive Antigen-Testergebnisse nach Infektionsschutzgesetz meldepflichtig.

International wurden unabhängige Vergleichuntersuchungen der Leistungsparameter von Antigentests durchgeführt und deren Ergebnisse veröffentlicht (z. B. Universitätsklinik Heidelberg und FINDDx – Foundation for Innovative Diagnostics). Sie deuten darauf hin, dass zwischen den verschiedenen kommerziell erhältlichen Testssystemen erhebliche Leistungsunterschiede bestehen. Herstellerunabhängige Validierungen sind deshalb von großer Wichtigkeit.

Weitere Informationen:

RKI: Nationale Teststrategie – wer wird in Deutschland auf das Vorliegen einer SARS-CoV-2 Infektion getestet?
RKI: Hinweise zur Testung von Patienten auf Infektion mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 (Antigennachweise)
RKI: Infografik Corona-Schnelltest-Ergebnisse verstehen

Stand: Mai 2021

Welche Anforderungen müssen Antigentests erfüllen?

Wie alle medizinischen Produkte benötigen auch Antigentests, um in Deutschland in den Verkehr gebracht werden zu dürfen, eine entsprechende Zulassung (Medizinprodukterecht, IVD-Richtlinie).

Darüber hinaus gelten für alle nach Coronavirus-Testverordnung erstattungsfähigen SARS-CoV-2-Antigentests die vom Paul-Ehrlich-Institut (PEI) in Abstimmung mit dem Robert Koch-Institut festgelegten Mindestkriterien für Antigentests. Diese sind beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) gelistet. Die Liste wird kontinuierlich aktualisiert.

Weitere Informationen:

BfArM: Liste der Antigentests auf SARS-CoV-2 nach § 1 Satz 1 TestV
Vergleichende Evaluierung der Sensitivität von SARS-CoV-2 Antigen-Schnelltests (PEI, Stand 03.02.2021)

Stand: Mai 2021

Was ist bei Antigen-Selbsttests zu beachten?

Im Zusammenhang mit der Anwendung von Antigentests zur Eigenanwendung (Selbsttests) zum Nachweis von SARS-CoV-2 verweisen wir auf die Empfehlungen des Robert Koch-Instituts.

RKI: Was ist bei Antigentests zur Eigenanwendung (Selbsttests) zum Nachweis von SARS-CoV-2 zu beachten?

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) erteilt Sonderzulassungen von Antigentests zur Eigenanwendung durch Laien (Selbsttests) zum Nachweis von SARS-CoV-2 und listet diese auf seiner Website. Die Liste wird kontinuierlich aktualisiert.

BfArM: Liste der Antigentests auf SARS-CoV-2 zur Eigenanwendung durch Laien

Weitere Informationen:

Zusammen gegen Corona: Testverfahren und Strategie (BZgA/RKI/Bundesregierung)
RKI: Antworten auf häufig gestellte Fragen zu SARS-CoV-2/COVID-19

Stand: Mai 2021

Antikörpertests

Was sind Antikörpertests und welche Rolle spielen sie in Rahmen der Pandemie?

Antikörpertests dienen dem indirekten Nachweis einer zurückliegenden Infektion mit einem Erreger: Sie weisen Antikörper (Immunglobuline) im Blutserum nach, die vom Immunsystem gegen Teile des SARS-CoV-2-Virus gebildet werden. Antikörper werden grundsätzlich gegen alle körperfremden Stoffe gebildet, auf die unsere Immunzellen stoßen. Für eine möglichst genaue spezifische Aussage eines Antikörpertests konzentriert man sich auf die hochspezifischen Antikörper, die gegen die erregertypischen Proteine gerichtet sind.

Der Körper bildet Antikörper erst nach einigen Wochen. Für den akuten Nachweis einer Infektion sind Antikörpertests daher nicht geeignet. Darüber hinaus lassen sie auch keine gesicherte Aussage zur Immunität oder zum Impferfolg zu.

Im Rahmen den Nationalen Teststrategie dienen Antikörpertests in erster Linie epidemiologischen Fragestellungen zur Klärung der Verbreitung des SARS-CoV-2-Virus, beispielsweise im Rahmen von Studien. Sie können Hinweise darauf liefern, wie viele Menschen innerhalb einer Population sich bereits mit SARS-CoV-2 infiziert haben – womöglich, ohne es zu wissen.

Weitere Informationen finden Sie hier:

RKI: Nationale Teststrategie – wer wird in Deutschland auf das Vorliegen einer SARS-CoV-2 Infektion getestet?
RKI: Hinweise zur Testung von Patienten auf Infektion mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 (Antikörpernachweise)

Stand: Mai 2021

Welche Antikörpertypen gibt es?

Während der Immunantwort auf einen Erreger werden zunächst frühe Antikörper gebildet (z. B. Immunglobulin A, kurz IgA, meist auch Immunglobulin M, kurz IgM) und im späteren Verlauf reifere Antikörper (IgG). Die Antikörper sind manchmal bereits wenige Tage nach Eindringen des Erregers messbar, manchmal erst nach Wochen, manchmal erst dann, wenn der Erreger den Körper schon wieder verlassen hat.

Die IgG-Antikörper bleiben in der Regel sehr lange, oft lebenslang im Blut nachweisbar. Im Falle eines nochmaligen Erregerkontaktes können diese Antikörper dann durch eine rasche Immunreaktion „nachgebildet“ werden. Diesen Bereitschaftszustand nennen wir Immunität.

Am Vorkommen von IgA bzw. IgM und IgG im Blutserum sowie am Verhältnis der IgA- und IgG-Konzentration zueinander können wir in vielen Fällen die Phase der Infektion erkennen. Ist zum Beispiel nur IgA zu messen und kein IgG, deutet das auf eine erst kurz zurückliegende Infektion hin. Der umgekehrte Fall – IgA negativ, IgG hoch – ist typisch für eine länger zurückliegende Infektion.

Um zu erfahren, ob und wann sich der Untersuchte immunologisch mit dem Covid-19-Erreger auseinandergesetzt hat, wollen wir in erster Linie IgG-Antikörper gegen SARS-CoV-2 nachweisen. Und nicht etwa mit SARS-CoV-1, MERS oder einem anderen Coronavirus, von denen es eine Reihe harmloser Typen gibt, die ebenfalls Immunantworten hervorrufen. Das nennen wir „Kreuzreaktion“. Verbreitet sind z. B. Antikörper gegen das Corona-Virus OC-43.

Stand: Mai 2021

Welche seriösen Aussagen lässt ein Antikörpertest derzeit zu?

Die bisherigen Ergebnisse lassen vorsichtige Aussagen über unbekannte Patientenproben zu:

Für die Bestätigung einer Infektion nach positiver PCR ist der Test geeignet.

Nicht geeignet ist der Test zum „Freiscreenen“ von Personen, die weder klinische Symptome noch einen positiven PCR-Nachweis hatten. Das liegt daran, dass es noch keine klare wissenschaftliche Evidenz dazu gibt, ob und für wie lange eine infizierte Person nach der COVID-19-Erkrankung eine Immunität besitzt, d. h. vor einer erneuten Infektion mit SARS-CoV-2 geschützt sein kann.

Stand: Mai 2021

Corona-Warn-App

Welchen Beitrag leistet die Corona-Warn-App zur Eindämmung der Pandemie?

Das Unterbrechen von Infektionsketten ist ein zentraler Bestandteil der Bekämpfung jeder Pandemie. Nutzer*innen der App tragen aktiv zur Eindämmung der aktuellen Pandemie bei. Mit Hilfe der App können Risikobegegnungen erfasst und andere App-Nutzer*innen, die mit Infizierten in Kontakt gekommen sind, anonym gewarnt werden, sich auf SARS-CoV-2 testen zu lassen.

Ein wesentlicher Bestandteil der Lösung ist die gesicherte Übertragung eines positiven SARS-CoV-2-Testergebnisses in die App. Außerdem können Nutzer*innen mit der Corona-Warn-App den Impfstatus digital nachweisen, ein aktuelles Schnelltestergebnis abspeichern und sich per QR-Code bei Veranstaltungen einchecken. Mit Hilfe des Kontakt-Tagebuchs mit Begegnungshistorie können Nutzer*innen außerdem das eigene Risiko, dem sie ausgesetzt waren, besser einschätzen. 

Die Corona-Warn-App wird vom Robert Koch-Institut für die deutsche Bundesregierung herausgegeben. Der Download und die Nutzung sind kostenlos und freiwillig.

Weitere Informationen finden Sie hier:

RKI: Infektionsketten digital unterbrechen mit der Corona-Warn-App

Stand: Juni 2021

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